Biographie

Wenn es einen typischen Vertreter der Gattung Sound - Wizzard - Mischpult - Schrauber gibt, dann den Ex-Mendener-Ex-Bremer und Wahl-Berliner Kraans de Lutin.

24/7 ist Studiozeit im Kreuzberger Phlexton-Studio, dass er zusammen mit Partner und Mix-/Mastering-Koryphäe Vicente „Don“ Celi betreibt. Das Bemerkenswerteste an Kraans de Lutins Arbeit der letzten Jahre ist die Entwicklung, die der heute 29jährige in den letzten Jahren zurückgelegt hat: Vom HipHop-Beastbastler zum Reggae-Chef und Soundtrack-Designer.

Aus dem Beatmacher ist ein Musikproduzent geworden – eine seltene Sache! Die Liste derjenigen, mit denen de Lutin gearbeitet hat, ist lang und repräsentiert einen bunten Querschnitt durch HipHop, Reggae und Co., in letzter Zeit sind es vor allem die Alben und Singles von ECHO-Gewinner Mellow Mark, Reggae-Newcomer des Jahres Martin Jondo (Ex-Partner von Gentleman), der Berliner Top 30-Smasher P.R. Kantate, die von sich Reden machten, sowie der komplette Score für „Goldene Zeiten“ (Kinostart: Herbst ´05), den neuen Kinofilm von Peter Thorwarth (Regisseur u.a. von „Bang Boom Bang“,“Was nicht passt, wird passend gemacht“).

Begonnen hat alles mit seiner Mendener Clique, die Anfang bis Mitte der Neunziger peu à peu nach Hamburg emigrierte und dort mit Dendemann (Eins,Zwo), Dabrutack und Nico Suave das halbe HipHop-Establishment bildete. Von Bremen aus, wo Kraans inzwischen in FlowinimmOs legendärer Freakcave arbeitete, belieferte er seine Homies mit Sound, bevor er sich selber auf den Weg machte – jedoch nach Berlin und mit dem Ziel, über HipHop hinaus seinen musikalischen Horizont zu erweitern. Und zwar so weit wie möglich... Die erste große Chance, die er auch prompt nutzte, war das - später mit einem ECHO dekorierte - Debütalbum von Mellow Mark (Warner), in dem Kraans zum ersten mal die für ihn typische Mixtur aus HipHop-Einflüssen, organischen Bandsounds und detailreichen Arrangements einem größeren Publikum vorstellen konnte. Inzwischen ist es seine Spezialität, für den jeweiligen Künstler bzw. das jeweilige Projekt ein maßgeschneidertes Soundbild zu entwerfen, das einerseits eine hoch-individuelle Ästhetik kreiert, andererseits jedoch dem Songwriting allen notwendigen Raum lässt. Kraans de Lutin ist ohne Zweifel ein Produzent, der sämtliche Möglichkeiten des Harddisk-Recording virtuos nutzt (aufgrund seiner gnadenlosen Editing-Skills nennt man ihn auch „Edward mit den Scherenhänden“...), andererseits jedoch mit einer Oldschool-Tugend gesegnet ist: Musikalität. Und so kommt es, dass er wirklich schöne Platten produziert. Bitte anhören!



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